Reformdebatte: Familien dürfen nicht weiter zur Konsolidierungsmasse werden

Reformdebatte: Familien dürfen nicht weiter zur Konsolidierungsmasse werden

(PM des Verbandes kinderreicher Familien Deutschland e.V.) Die geplanten Änderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung mögen auf den ersten Blick moderat wirken. Beträge um die 150 Euro im Monat erscheinen schnell als „noch vertretbar“. Genau darin liegt jedoch nach Meinung des Verbandes das Problem; es ist politisch geschickt gemacht, aber in der Sache der falsche Weg. Familien dürfen nicht weiter zur Konsolidierungsmasse werden. Der Verband schlägt für den betreuenden Elternteil einer kinderreichen Familie die Befreiung des GKV-Beitrags vor.

Für kinderreiche Familien ist der jüngste GKV-Reformschritt fatal. Er sendet das falsche Signal, nämlich dass familiäre Fürsorge, Erziehungsarbeit und Phasen eingeschränkter Erwerbstätigkeit zunehmend als finanzielle Belastung betrachtet werden. Dabei sind es gerade diese Familien, die unsere Gesellschaft tragen – heute und in Zukunft. „Man erwartet allen Ernstes von einer Mutter, die fünf Kinder, fünf zukünftige Beitragszahler, erzieht, zusätzlich noch, dass sie GKV-Beiträge zahlt. Allein diese Haltung ist empörend“, so die Vorsitzende Dr. Elisabeth Müller. Die Maßnahme steht exemplarisch für eine weitere politische Entwicklung, die an der Lebensrealität vieler Mehrkindfamilien vorbeigeht.

„Wer ernsthaft will, dass sich Menschen für Kinder entscheiden, darf ihnen nicht gleichzeitig immer neue finanzielle Hürden aufbauen. Unser Eindruck ist klar: Hier wird an der Lebensrealität von Familien vorbeipolitisiert. Die Vorschläge mögen auf dem Papier ‚vertretbar‘ wirken; sie sind es in der Praxis für Mehrkindfamilien jedoch nicht“, so die Vorsitzende Dr. Elisabeth Müller. „Sie fügt sich ein in eine Reihe von jüngsten Vorschlägen, die ausgesprochen kinderreiche Familien stärker belasten, statt sie zu entlasten. Das ist nicht nur sozialpolitisch kurzsichtig, sondern angesichts der demografischen Lage auch verantwortungslos.“