
Kriminalstatistik für das Jahr 2024: Gewaltdelikte von Kindern und Jugendlichen angestiegen
Auszüge der Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums vom 2. April 2025
Insgesamt wurden ca. 5,84 Millionen Straftaten durch die Polizei erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der erfassten Straftaten um 1,7 Prozent gesunken. Wesentlich für den Rückgang der Fallzahlen ist die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis seit dem 1. April 2024.
Die Gewaltkriminalität stieg im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 217.277 Fälle an. In 15.741 Fällen wurde ein Messerangriff erfasst, das entspricht 7,2 Prozent an allen Fällen der Gewaltkriminalität. Die Aufklärungsquote liegt bei 58,0 Prozent und ist damit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Besonders besorgniserregend ist auch die Zunahme bei Vergewaltigungen, sexueller Nötigung und bei sexuellen Übergriffen. Wir brauchen ein stärkeres Schutz- und Hilfesystem für Frauen. Und wir brauchen endlich die elektronische Fußfessel, damit sich Täter bedrohten Frauen nicht mehr unbemerkt nähern können. Der Schutz von Frauen vor Gewalt muss auch für die nächste Bundesregierung eine zentrale Aufgabe sein.
Über ein Drittel der Tatverdächtigen besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. Hier geht es nicht nur um konsequente Strafverfolgung, sondern auch um konsequente Abschiebungen. Dafür haben wir unsere Gesetze verschärft. Die Zahl der Abschiebungen liegt heute 55 Prozent höher als vor zwei Jahren. So setzen wir unser Recht durch.“
Ulrich Mäurer, Senator für Inneres und Sport der Freien Hansestadt Bremen, Vorsitzender der Innenministerkonferenz: „Gewaltkriminalität ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die mit konsequenter Strafverfolgung und effektiven Präventionsmaßnahmen bekämpft werden muss. Eine starke Polizeipräsenz und die enge Zusammenarbeit aller Bundesländer sind essenziell, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unabhängig vom Wohnort zu gewährleisten.
Besorgniserregend ist die anhaltende Zunahme der Gewaltkriminalität, die erneut einen Höchststand erreicht hat. Besonders auffällig ist der starke Zuwachs bei Kindern und Jugendlichen.
Weiter anhaltende Belastungen infolge der Corona-Maßnahmen sind speziell bei dieser Altersgruppe ein möglicher Treiber von Delinquenz. Es besteht jedoch Forschungsbedarf, um die Ursachen dieser Entwicklung besser zu verstehen und ihr wirksam entgegenzuwirken.“
Die starken Anstiege der vergangenen Jahre bei tatverdächtigen Kindern und Jugendlichen sind in diesem Jahr nicht mehr in der PKS zu verzeichnen. Bei Betrachtung aller Straftaten ist die Zahl der tatverdächtigen Kinder um 2,3 Prozent auf 101.886 zurückgegangen und bei den tatverdächtigen Jugendlichen um 6,9 Prozent auf 192.863.
Im Bereich der Gewaltkriminalität schlägt sich dieser Trend jedoch nicht nieder. Hier ist sowohl bei den Kindern (+11,3 Prozent) als auch bei den Jugendlichen (+3,8 Prozent) ein weiterer Anstieg der Tatverdächtigenzahlen zu verzeichnen.